Datenintelligenz – SmartRegio auf der CeBIT

Donnerstag, 25. Februar 2016 at 12:39
Auch die YellowMap ist auf der CeBit 2016 vertreten

Bildquelle: Pieter Beens / Shutterstock.com

Hallo liebe Leser,

heute möchte ich etwas über Datenintelligenz und den kleinen Unternehmer um die Ecke erzählen. „Was erwartet mein Kunde?“ Diese Frage stellt er sich ständig. Sie lässt ihn nicht los, denn Kunden verändern sich. Der Renner von heute ist morgen ein Ladenhüter. Was war nochmal ein Tamagotchi? Sendungen wie Rosins Restaurants –  ja  ich gebe zu, dass ich die ab und zu schaue – zeigen das eindrucksvoll. Irgendwann entsprachen Ambiente, Speiseangebot und Qualität vielleicht den Erwartungen. Aber das ist so lange her, wie es der Zustand der Sitzpolster vermuten lässt. Ähnliche Sendungen könnte es für viele Branchen geben. Dann flimmerten täglich Hinz‘ Drogerien, Kunz‘ Kiosks, Schmidts Schreiner und Schulzes Bäckereien über die Mattscheibe. Das Thema wäre fast immer dasselbe. Interessanterweise sieht jeder von ihnen einen Ausschnitt der Antwort: Leute, die nach einem kurzen Blick durchs Fenster weitergehen. Aber was tun? Bei Rosin ist das oft klar, aber es gibt andere Beispiele wie Schlecker oder Praktiker. Man hatte nicht mitbekommen, dass auch Kunden von Waschmittel und Holzschraube heute mehr wollen, als Superniedrigpreise und 20 % auf alles (außer Tiernahrung). Der Trend begann langsam und unbemerkt. Als er auffiel, war es schon zu spät. Danach überschlugen sich Kommentatoren in der Ursachenforschung – wie der Pathologe, ein Arzt der alles kann, alles weiß, aber immer zu spät kommt. Der Kleinunternehmer steht vor demselben Risiko, hat aber weder Marktforschungsabteilung noch Beraterstab. Er hat nur seinen Riecher und davon hängt seine Existenz ab. Noch!

Alles wird kundenorientiert…

Kundenorientierung erfasst inzwischen fast alle Branchen. In SmartRegio arbeiten wir mit den Stadtwerken Kaiserslautern zusammen. Alte Menschen (wie ich) erinnern sich noch an Stadtwerke ohne Werbung und mit wenigen TarifeCustomer Centricity wird auch für KMU immer bedeutendern. Strom, Wasser, Gas kamen aus Kabeln und Leitungen, es wurde jährlich abgelesen und die Rechnung bezahlt. Das gleiche galt fürs Telefon. Heute ist der Markt liberalisiert. Anbieter müssen sich präsentieren, bessere Erreichbarkeit, besseren Service, neue Produkte anbieten und ihr Image pflegen. Welche Produkte und Leistungen sie anbieten, wie und wo sie diese anpreisen und mit welchen Kampagnen sie sich in ein positives Licht rücken sollten, wissen sie oft nicht so genau. Und obendrein stehen mit der Energiewende, mit Elektromobilität, dezentralen Speichern und zeitvariablen Tarifen weitere Herausforderungen an, die das unbekannte Wesen Kunde ins Zentrum rücken. Auch Stadtwerke sind (meist) zu klein, um sich professionelle Marktforschung ins Haus zu holen. Aber sie haben etwas anderes – massenhaft Daten aus allen Winkeln und vielen Infrastrukturen der Stadt. Diese sind weit billiger als Marktstudien, denn sie entstehen als Abfallprodukt. Und sie spiegeln das Verhalten der Menschen wieder, die diese Infrastrukturen nutzen. Wenn sie sich verändern, tun es die Daten auch. Datenintelligenz mit SmartRegio kann daher die Veränderung der Kunden sichtbar machen.

Daten sind das Gold des digitalen Zeitalters…

aber die Stadtwerke haben nur Erz. Wertvolles vom Wertlosen zu trennen ist aufwändig und komplex. Datenintelligenz durch Big Data ist sozusagen das Königswasser für Daten. Es kann aus einem riesigen Bithaufen wenige wertvolle Bytes herauslösen. Der größten Mehrwert entsteht, wenn viele Quellen kombiniert werden. Und das bringt uns wieder zu den kleinen Unternehmen zurück. Auch sie verfügen über Daten, die das Ergebnis wertvoller machen und auch sie können damit Fragen beantworten. Welcher Teil des Rohstoffs wertvoll ist, hängt von der Fragestellung ab. Das versucht die YellowMap gemeinsam mit ihren Partnern Disy, USU, DFKI und der Universität Frankfurt im Projekt SmartRegio zu zeigen. Es befindet sich in vollem Gange und auf der CeBIT 2016 auf dem Gemeinschaftsstand des BMWi (Halle 6, Stand C38) werden nun zum ersten Mal Ergebnisse präsentiert. Wir freuen uns auf Euren Besuch!

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Richard Wacker

Richard Wacker

Die männliche Quasselstrippe unter den YellowMaplern: Egal ob es um schwarze Löcher oder Patentsrechtproblematik geht, Richard kann zu jedem Thema etwas sagen. Ein breitgefächertes Themenfeld gehört auch zu seinem Berufsalltag als Forschungsleiter: Von Festivals über Notfallszenarien bis hin zu Management von sozialen Netzwerken ist alles dabei. Mit seiner Redegewandtheit kann er andere schnell für seine Themen und kreativen Ideen begeistern. In seiner Freizeit heißt das Motto „Augen zu und durch“, wenn er die Straßen mit seinem Motorrad unsicher macht.
Richard Wacker

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