Welche Form der Elektromobilität passt zu mir?

Montag, 23. Februar 2015 at 11:19

Elektro-O-Mat

 

Als ich in der zehnten Klasse war, riet mir meine Mutter spaßeshalber, ein Fahrzeug  zu entwickeln, das mit Wasserstoff betankt werden kann. Ihr Wunsch bestand nicht nur darin, dass ich mit dieser Invention erfolgreich würde, sie wollte auch umweltfreundlicher und ökonomischer durch die Gegend fahren. Gesagt, getan: Ich las mich einmal durch die halbe Google Datenbank, sammelte Fachzeitschriften und Bücher, die ich zu dem Thema finden konnte, und bat sogar meinen damaligen Physiklehrer um Rat. Leider musste ich schnell feststellen, dass mein Vorhaben nicht nur an meinem mangelnden Verständnis für chemische Prozesse und Autos, sondern auch an dem breiten Spektrum der Möglichkeiten umweltfreundlicher Verkehrsmittel scheitern würde.

An diese Zeit musste ich zurückdenken, als ich mich vor kurzem wieder nach Alternativen für unseren Spritschlucker umsah. Doch auch jetzt erscheint mir die Menge an Fahrzeugen aus der Branche der Elektromobilität zu groß, um direkt eine Entscheidung treffen zu können. Schließlich spielen viele Faktoren eine Rolle: Welche Reichweite muss mein Verkehrsmittel haben, wo befindet sich die nächste Ladestation und mit welchem Anbieter schließe ich einen Vertrag zum „Strom-Tanken“ ab? Eine Entscheidungshilfe gibt nun der Elektr-O-Mat.

Was steckt dahinter?

Der Elektr-O-Mat ist ein Webtool, das ähnlich eines Fragebogens aufgebaut ist. Die Fragen beziehen sich auf mögliche Umstände, die für die Wahl des passenden Elektrofahrzeugs von Bedeutung sind. Sobald man alle Fragen zu Fahrgewohnheiten und -bedingungen beantwortet hat, erstellt der Elektr-O-Mat ein Ranking und vergleicht dazu sieben Elektromobilitätsformen: Das eigene Elektro- oder Hybridauto, das E-Car-Sharing, das Pedelec, das  Pedelec-Sharing, das E-Bike und den ÖPNV. Anhand der Rangfolge kann man nicht nur erkennen, welche dieser Möglichkeiten am besten zum eigenen Lebensstil passt, sondern sich auch gleich zu deren Grundlagen informieren.

Das Frauenhofer IAO, e-mobil BW und die YellowMap AG haben den Elektr-O-Mat gemeinsam im Zuge des Online Schaufensters Elektromobilität entwickelt. Als Teil des Projekts „Neue Bürgerbeteiligungsinstrumente am Beispiel Elektromobilität in Baden-Württemberg“ dient er vor allem der Bürgerinformation.

Das Ziel des Elektr-O-Mat

Auch wenn der Elektr-O-Mat eine individuelle Analyse zur geeigneten Form der Elektromobilität für den Verbraucher bietet, bleiben die Möglichkeiten der umweltfreundlichen Fortbewegung vielfältig. Deshalb soll das Tool keine nüchterne und direkte Kaufempfehlung für ein Elektrofahrzeug aussprechen, sondern vor allem das Interesse der Bürger für alternative Mobilitätskonzepte wecken. Nutzer sollen mit Leichtigkeit und Freude neue Optionen der Elektromobilität entdecken und motiviert werden, weiter über das Thema E-Mobilität sowie umweltbewusste Verhaltensweisen nachzudenken.

Der Elektr-O-Mat ist auch in der App „elektromobil-dabei“ zu finden. Zukünftig sollen Benutzer außerdem die Möglichkeit haben, im Bereich ‚Mein Schaufenster‘ Inhalte wie die bevorzugte Fahrzeugart und die Lieblings E-Tanke anzugeben und mit Freunden und Bekannten zu teilen.

Für den naturbewussten Fahrspaß hat mir der Elektr-O-Mat schon ein Elektro- oder Hybridauto empfohlen. Sollte ich mich in Zukunft vom ÖPNV trennen und mich für ein flexibleres Fortbewegungsmittel entscheiden, werde ich mir noch weitere Informationen zu diesen Alternativen besorgen.

Und für alle, die scheinbar schon das passende Gefährt gefunden haben, gibt das Projekt einen Anreiz, sich näher mit der Elektromobilität auseinander zu setzen.

Eure Francis