Unternehmen haben die Qual der Wahl: Lohnt sich ein Eintrag bei einem Kartendienstleister?

Freitag, 17. April 2015 at 15:56

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Liebe Leser,

seit Februar bietet Apple mit seinem Kartendienst Apple Maps Connect  nun auch deutschen Unternehmen die Möglichkeit an, ihren Firmeneintrag in den Apple Karten hinzuzufügen und zu bearbeiten. Für Apple bietet das die Chance, die Qualität der Points of Interest in seinem hauseigenen Kartenmaterial zu erhöhen. Für Unternehmen bedeutet das neben den zahlreichen Onlinebranchenbüchern, Bewertungsportalen, Kartenanbietern und sozialen Netzwerken eine Plattform mehr, auf denen sie ihr Unternehmen verzeichnen können. Aber muss ein KMU wirklich überall einen Firmeneintrag haben? Nicht nur, dass man bei der Menge an Möglichkeiten leicht den Überblick verliert. Auch der Zeitaufwand, den man für die Aktualisierung auf den einzelnen Portalen aufbringen muss, ist für viele KMU nicht denkbar. Aus diesem Anlass eröffnen wir hiermit eine kleine Serie zum Thema und betrachten darin die verschiedenen Möglichkeiten. Anlässlich des Starts von Apple Maps Connect in Deutschland geht es im ersten Teil unserer Serie um Kartendienstleister und ob beziehungsweise wie KMU durch einen Eintrag dort profitieren können.

Welche Kartendienstleister gibt es?

Die Eintragung des eigenen Unternehmens bei einem Kartendienstleister, sei es nun Apples Maps Connect oder Googles My Business, ist in der Regel kostenlos und kann relativ einfach vorgenommen werden. Firmeninhaber können dort den Standort ihres Betriebes und weitere Informationen hinterlegen. Anschließend folgt sowohl von Apple als auch von Google ein Verifizierungsprozess. Damit stellen die Anbieter sicher, dass es sich bei dem Firmeneintrag nicht nur um eine Briefkastenfirma handelt. Bei Google erfolgt die Verifizierung über eine Postkarte mit einem Bestätigungscode. Bis die Postkarte beim Unternehmen eintrifft, können jedoch schon mal bis zu zwei Wochen ins Land gehen. In einzelnen Fällen bietet Google auch eine telefonische Verifizierung an. Man erhält dann einen Anruf über die angegebene Telefonnummer, in dem der Pin mitgeteilt wird. Dieses Verfahren nutzt auch Apple. Bei meinen drei Versuchen, bei denen ich jedes Mal aufgefordert wurde „die 1 zu drücken“, bin ich jedoch gescheitert. Die Computerstimme wünschte mir lediglich einen schönen Tag anstatt mir den erhofften Pin mitzuteilen. Hat man jedoch etwas mehr Glück als ich, ist das Unternehmen nach spätestens zwei Wochen in den Google bzw. Apple Karten sichtbar.

Doch nicht nur Apple und Google bieten Kartendienste an, Bing und Nokia möchten ebenfalls zu führenden Spezialisten für digitale Karten werden. Für die Nutzung des Nokia Kartendienstes HERE Prime Places müssen Nutzer, auch wenn sie zuvor ein Nokia Konto hatten, einen HERE Account anlegen. Da Microsoft Nokia im letzten Jahr aufgekauft hat, werden ab April 2015 alle Nokia Konten eingestellt und durch das neue HERE Account System ersetzt. Die Eintragung eines Unternehmens mit einem HERE Konto ist ähnlich einfach wie bei den anderen Dienstleistern. Geschäftsinhaber müssen lediglich den Namen und die Adresse übermitteln und können ihren Eintrag mit aktuellen Bildern und weiteren Informationen ergänzen. Here Maps soll auf allen Windows 8.1 Geräten zur Verfügung gestellt werden und ergänzend zu den Bing Maps wirken.
Mit Bing Maps reiht sich auch Microsoft in die Riege der Kartendienstleister ein. Bei Bing Places for Business meldet man sich zunächst mit einem Microsoft Konto an. Danach kann man ein Unternehmensprofil erstellen, das in den Karten von Bing übernommen wird. Ebenso wie bei den anderen Anbietern wird das Bestehen der Firma über einen Pin, der per Telefon oder Postkarte übermittelt wird, überprüft.

 

 

Welche Möglichkeiten bietet ein Eintrag bei einem Kartendienstleister?

Bei allen Kartenportalen können Firmeninhaber grundlegende Informationen wie die Adresse, die Kontaktdaten, Geschäftszeiten und Fotos der Firma sowie die URL der Unternehmenswebseite speichern. Außerdem sollen passende Kategorien, die dem Unternehmen zugeordnet werden, dafür sorgen, dass die Firma im Web noch besser gefunden wird.

Für Unternehmen, die mehrere Filialen haben und alle davon eintragen möchten, bieten Googles My Business, Bing Places und Here Maps sogenannte Bulk Uploads (dt. Massenuploads) an. So können mehrere Standorte beispielsweise über eine Tabelle, die als Vorlage von Google heruntergeladen werden kann, bei My Business eingepflegt werden. In dieser Tabelle müssen dann alle Informationen zu den Geschäften eingetragen werden. Bing Places bietet ein Tool an, mit dem der Massenupload schnell und einfach vonstatten gehen soll.

Warum sollte mein Unternehmen bei einem Kartendienstleister verzeichnet sein?

Wer im Web nicht verzeichnet ist, kann von potentiellen Kunden schlichtweg nicht gefunden werden. Diese wählen dann das fünf Kilometer entfernte Cafe, obwohl ein passenderes Geschäft direkt um die Ecke liegt; Schließlich haben sie nichts davon mitbekommen. Doch längst reicht ein Eintrag in Google alleine nicht mehr aus: Verschiedene Branchensuchportale wie Foursquare und Yelp, aber auch Apple, verwenden eigene Map- und Suchservices, um ihren Nutzern die gesuchten Brancheneinträge anzuzeigen. Das hat beispielsweise zur Folge, dass Firmen, die nur bei Google verzeichnet sind, nicht mehr von iPad oder iPhone Nutzern gefunden werden, wenn sie das hauseigene Kartenmaterial zur lokalen Suche nutzen. Aus diesem Grund profitieren Geschäfte von Einträgen bei verschiedenen Kartendienstleistern, denn ihre Kunden finden die wichtigsten Informationen schneller und über verschiedene Plattformen hinweg.

Im zweiten Teil der Serie werden wir uns dann den Onlinebranchenbüchern wie Gelbe Seiten & Co widmen.

Bis dahin, Steffi & Francis!