YellowMap auf der CeBIT 2014

Dienstag, 4. März 2014 at 12:20

Hallo liebe CeBIT-Fans. Wie schon öfter wird die YellowMap auch dieses Jahr wieder auf der größten Messe für Informationstechnik vertreten sein. Ich persönlich war lange nicht mehr da – zuletzt vor über 20 Jahren als Besucher. Diesmal bin ich ein Erklärbär am Stand des Software-Clusters. Die YellowMap hat zu zwei Demos beigetragen – aus den Projekten Sinnodium und InDiNet. Beides sind Anschlussprojekte des Projekts THESEUS, in dem ich auch aktiv war.

Die Idee hinter THESEUS ist einfach (und) genial. Es ging um elektronisch beschriebene, handel- und kombinierbare „Dienste“ (Dienstleistungen). Anders als Güter muss bei „Diensten“ immer der Konsument mitwirken und man kann sie auch nicht lagern. Das macht es schwer, Ressourcen optimal auszulasten. Ohne Bestellung stehen Auto und Fahrer vom Lieferservice rum. Kommt kein Kunde, schnipselt der Friseur lustlos seine eigenen Bartstoppeln, der Kellner raucht, der Arzt liest Zeitung und so weiter. Der Kunde hingegen muss alle diese Dienstleistungen einzeln beauftragen und im schlechtesten Fall sind seine gewählten Dienstleister alle ausgelastet. Elektronisch wäre vieles einfacher. Der passende freie Dienstleister würde automatisch gewählt und es könnten neue kombinierte Dienste entstehen, die bspw. einen ganzen Tagesablauf abdecken. Einkauf, Fahrten, Arzttermin, Essen, Handwerker und weitere könnten zu einem Dienstbündel kombiniert, gemeinsam angeboten und bezahlt werden. Der Kunde spart Zeit, die Dienstleister sind besser ausgelastet und bis auf die Zigarettenindustrie und den Verleger der Ärztezeitung wären alle glücklich. Für Anbieter lokaler Suche wie uns würde sich ein neues Geschäftsmodell auftun, denn hinter den meisten Suchanfragen steht eine gesuchte Dienstleistung. An deren Stelle träte nun die Beschreibung all dessen, was der Kunde zu erledigen hat. YellowMap könnte ihm daraufhin einen speziellen komplexen Dienst suchen, der alle Bedürfnisse abdeckt. Existiert keiner, wird er spontan zusammengestöpselt. Diese Vision von THESEUS ist noch Zukunftsmusik. Allgemeine Dienste sind schwer zu standardisieren. Ich will meinen Friseur und nicht wochenlang Mützen tragen. Elektronische Dienste sind hier einfacher. Das Ergebnis sind Daten und man kann sie, ander als Frisuren, objektiv beschreiben. Manche Daten brauche ich aber nur selten, weiß gar nicht, wo ich sie finde und sie erbringen auch keinen Gesamt-, sondern oft nur einen Teilnutzen. Das dahinterstehende Bedürfnis ist „emergent“.

Bei Sinnodium wird Emergenz am Beispiel der Elektromobilität gezeigt, für die wir bei YellowMap das Portal Smart Tanken betreiben. Ist es draußen sehr kalt, sinkt durch Heizung und Akkutechnik die Reichweite des e-Autos. Je länger ich zum Ziel brauche, desto mehr Strom verbraucht die Heizung. Stehe ich unerwartet im Stau, erreiche ich mein Ziel gar nicht. Die Demo zeigt einen Dienst, der solche Bedingungen bei der Wahl der Route spontan berücksichtigt. Bei InDiNet geht es auch um Strom. Als typische Dienstleistung muss Strom nämlich genau dann erzeugt werden, wenn er gebraucht wird. Der Preis für Großkunden hängt neben der Menge davon ab, wie genau er seinen zeitlichen Bedarf beschreibt, denn dadurch kann der Anbieter seine Ressourcen besser planen. Weicht der Kunde davon ab, drohen ihm Strafen, denn der Anbieter muss nachsteuern. Bei InDiNet können sich Firmen spontan zusammenschließen, wenn eine unerwartet weniger, die andere mehr Strom benötigt. Strafen für Mehr oder Minderbedarf können so vermieden werden.

Beide Demos können am Software-Cluster-Stand besichtigt werden und ich freue mich über jeden, der mich besucht!

Also – vielleicht sieht man sich auf der CeBIT (Halle 9, Stand D44)!
Euer Richard

Richard Wacker

Richard Wacker

Die männliche Quasselstrippe unter den YellowMaplern: Egal ob es um schwarze Löcher oder Patentsrechtproblematik geht, Richard kann zu jedem Thema etwas sagen. Ein breitgefächertes Themenfeld gehört auch zu seinem Berufsalltag als Forschungsleiter: Von Festivals über Notfallszenarien bis hin zu Management von sozialen Netzwerken ist alles dabei. Mit seiner Redegewandtheit kann er andere schnell für seine Themen und kreativen Ideen begeistern. In seiner Freizeit heißt das Motto „Augen zu und durch“, wenn er die Straßen mit seinem Motorrad unsicher macht.
Richard Wacker

Letzte Artikel von Richard Wacker (Alle anzeigen)