Produktqualität für Agile Softwareentwicklung

Dienstag, 25. Februar 2014 at 17:41

Bisher ist in diesem Blog noch nicht viel über unseren Arbeitsalltag gesprochen worden, aber der besteht selbstverständlich nicht nur aus Eiskartfahren. Bei YellowMap wird ganz intensiv und mit viel Elan an innovativer Software gearbeitet. Hinter jeder Lösung steckt ein komplexes Softwareprojekt. Dabei sind wir sehr agil unterwegs, was in diesem Fall weniger die Spontanität und Flexibilität der YellowMapler(innen), als vielmehr die Methode beschreibt.

Agile Softwareentwicklung ist ein neuerer Gegenentwurf zu klassischer Softwaretechnik. Letztere geht ingenieursmäßig vor und unterteilt den Entwicklungsprozess strikt in Phasen wie Analyse, Planung, eigentliche Entwicklung und Integration. Die Aufgabenstellung wird also erst analysiert, ein Plan erstellt, dann die Bauteile konstruiert und zuletzt alles zum Produkt zusammengefügt. Die Analyse und der detaillierte Gesamtplan sorgen dafür, dass alle Teile optimal aufeinander abgestimmt sind, perfekt ineinander greifen und das Produkt kann, was es können soll. Das Verfahren hat aber auch Nachteile. So ist es für Änderungen nach der Planungsphase oft zu spät. Ein Missverständnis in der Analyse kann dazu führen, dass der Kunde die perfekte Lösung für ein Problem bekommt, das er gar nicht hat. (Siehe http://www.projectcartoon.com/cartoon/1278) Außerdem sieht der Kunde das fertige Produkt erst sehr spät, wodurch solche Fehler schwer zu erkennen sind.

Wir stellen hauptsächlich Individualsoftware her, die sehr speziell auf Kundenwünsche abgestimmt ist. Der Kunde kennt zu Beginn eines Projekts oft selbst nicht alle Anforderungen und andere sind aus seiner Perspektive so selbstverständlich, dass er sie gar nicht explizit beschreibt. Auch besteht  ständig das Risiko, dass sich sein Ziel während des Projekts ändert. Deswegen verwenden wir eine Kombination agiler Methoden (SCRUM und KANBAN). Sie legen den Fokus stärker auf Einzelkomponenten, die von verschiedenen Entwicklern parallel geplant und umgesetzt werden können. Neue Wünsche werden direkt an die Entwickler gegeben, die ihren Plan und die Komponenten anpassen. Durch die kurze Vorbereitungsphase sind früh lauffähige Komponenten verfügbar. Der Kunde kann testen und eventuell Anforderungen ergänzen oder genauer beschreiben. Auch diese Methode hat aber einen Haken. Wenn bei vielen Änderungen die Übersicht verloren geht oder Seiteneffekte übersehen werden, entstehen Performanceprobleme, Instabilitäten und Fehler. Diese müssen aufwändig behoben werden und das Projekt verzögert sich. Im Extremfall kann es sogar zum Verlustgeschäft werden, denn selbstverständlich erwarten unsere Kunden Qualität ohne Aufpreis für unerwartete Nacharbeiten.

Die YellowMap AG hat sich daher mit ihrer Mutter – der CAS AG, dem Forschungsinstitut Fraunhofer IESE und der HK Business Solutions GmbH zusammen getan und untersucht und erprobt in einem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Projekt mögliche Weiterentwicklungen des agilen Ansatzes. Sie sollen eine hohe Produktqualität garantieren, ohne dass dabei die Vorteile des Ansatzes verloren gehen. Das Projekt heißt folglich PQ4Agile, wurde am 01.02.2014 gestartet und dauert 2 Jahre. Aktuelle Neuigkeiten und weitere Informationen rund um das Projekt und die Partner findet ihr hier. Über wichtige Ergebnisse werde ich Euch natürlich auch weiterhin berichten.


CAS

Fraunhofer

HKBS


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Richard Wacker

Richard Wacker

Die männliche Quasselstrippe unter den YellowMaplern: Egal ob es um schwarze Löcher oder Patentsrechtproblematik geht, Richard kann zu jedem Thema etwas sagen. Ein breitgefächertes Themenfeld gehört auch zu seinem Berufsalltag als Forschungsleiter: Von Festivals über Notfallszenarien bis hin zu Management von sozialen Netzwerken ist alles dabei. Mit seiner Redegewandtheit kann er andere schnell für seine Themen und kreativen Ideen begeistern. In seiner Freizeit heißt das Motto „Augen zu und durch“, wenn er die Straßen mit seinem Motorrad unsicher macht.
Richard Wacker

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