Elektromobilität – Was bringt das Jahr 2014? Teil 2 – Das E-Fahrzeug

Freitag, 25. April 2014 at 16:16

Ging es im letzten Teil noch um die Rolle der Politik, möchte ich im zweiten Teil auf alle Themen rund um das eigentliche E-Fahrzeug und dem Ladevorgang eingehen. E-Fahrzeuge spielen momentan noch eine untergeordnete Rolle im Automobilmarkt. Trotzdem werden auch in diesem Jahr weitere Modelle deutscher Automobilhersteller auf den Markt kommen.

Der Preis eines E-Fahrzeugs

Größter Kritikpunkt und Nachteil von e-Fahrzeugen wird auch 2014 der Anschaffungspreis bleiben. Zahlt man für einen Kleinwagen mit konventionellem Antrieb im Schnitt 15.000 Euro, müssen für ein Elektrofahrzeug der gleichen Kategorie ca. 10.000 Euro mehr bezahlt werden. Dieser beträchtliche Preisunterschied ist vor allem auf die vergleichsweise geringe Stückzahl der Serienfahrzeuge, die noch sehr teuren Akkus und die Kosten für extremen Leichtbau zurückzuführen. So wird beispielsweise die Karosserie des BMW i3 nahezu vollständig aus Carbon gefertigt, eine Technologie, die erst seit kurzem serienreif und demzufolge teuer ist. Der eigentliche Antriebsstrang ist durch die einfachere Konstruktion und die geringen Kosten für Elektromotoren sogar günstiger, kann diese Positionen aber nicht auffangen.

Privates Laden

Hat man sich für den Erwerb eines E-Fahrzeugs entschieden, erlebt man relativ schnell die schon im ersten Teil beschriebene Problematik des Aufladens. Möchte man keine sogenannte Wallbox mit einem Schnelladesystem installieren, muss man auf die klassische Steckdose zurückgreifen. Hierbei dauert der Ladevorgang mindestens 8 Stunden. Zudem sind längst nicht alle Haushaltssteckdosen für das Aufladen geeignet. Verkabelung und Dose müssen der extremen Belastung standhalten, da sie sonst schmelzen oder gar in Brand geraten können. Die Installation muss daher vorher vom Fachmann abgenommen werden. Für viele Laternenparker in den Städten steht diese Option mangels Stromanschluss gar nicht erst zur Verfügung.

Öffentliches Laden

Für die genannten Laternenparker oder auch auf längeren Strecken ist man auf die öffentliche Infrastruktur angewiesen. Der Vorteil der öffentlichen Ladestationen ist der oft vorhandene Schnellladestecker. Dieser ermöglicht das Laden innerhalb von 30 Minuten auf 80 Prozent der Kapazität. Für die restlichen 20 Prozent wird aus technischen Gründen der Ladestrom reduziert, weswegen hierfür 2-3 Stunden benötigt werden. Wie in Teil 1 beschrieben benötigt man noch die richtige Ladekarte bzw. den passenden Vertrag zum Freischalten der E-Tankstelle. Leider gibt es momentan keine einheitliche Regelung für betreiberübergreifendes Laden. Erste Kooperationen mit dem sogenannten E-Roaming sind bereits im letzten Jahr beschlossen worden. Bis allerdings alle Ladestationen mit einer einheitlichen Technologie und einem einheitlichen Stecker verwendet werden können, wird noch einige Zeit vergehen. Aktuell gehört somit etwas Mut dazu, mit dem Elektroauto bekannte Regionen zu verlassen. Erste Ansätze um diese Probleme zu lösen gibt es bereits: Im baden-württembergische Schaufenster Elektromobilität LivingLab BWe mobil geht es unter anderem darum die Angst vor dem Liegenbleiben mit einem E-Fahrzeug zunehmen und die bestehende Infrastruktur weiterzuentwickeln.

Die Vorteile eines E-Fahrzeugs

Nichtsdestotrotz hat ein E-Fahrzeug natürlich auch einige Vorteile. Man fährt völlig emissionsfrei und bis zu einer gewissen Geschwindigkeit auch lautlos. Darüber hinaus ist das gesamte Drehmoment durch den hohen Wirkungsgrad eines Elektroautos sofort abrufbar. Fahrspaß ist vorprogrammiert und ich kann die Probefahrt in einem E-Fahrzeug nur jedem empfehlen. Man ist im wahrsten Sinne des Wortes sofort elektrifiziert. Darüber hinaus kann man sich aktuell als E-Fahrer zu Recht als Pionier bezeichnen. Wer heute mit einem E-Fahrzeug vorfährt, hat die Blicke garantiert auf seiner Seite. Nach dem Erwerb eines E-Fahrzeugs profitiert man außerdem von geringen Betriebs- und Unterhaltskosten. Für den Preis von einem Liter Super Kraftstoff (derzeit etwa 1,50 Euro) kommt ein E-Fahrzeug 100 km weit. Weiterhin sind e-Fahrzeuge von der Kfz-Steuer befreit, lassen sich sehr günstig versichern und sind verschleiß- und wartungsarm. Für viele Pendler mit hoher Jahreskilometerleistung über mittlere Distanzen ist ein E-Fahrzeug also heute schon wirtschaftlich.

Fazit

Letztendlich muss jeder für sich abwägen, ob sich ein E-Fahrzeug lohnt. Eine gewisse Skepsis gegenüber E-Fahrzeugen ist sicher nachvollziehbar. Wer allerdings für sich selbst berechnet, wann sich ein Elektrofahrzeug lohnt, wird überrascht sein. Vor E-Fahrzeugen selbst muss niemand Angst haben. Seit Jahren gibt es bereits elektrische Serienfahrzeuge. Eines spricht auf jeden Fall dafür: 95 % aller Elektromobilisten mit Ihrer Entscheidung zufrieden und wollen kein anderes Fahrzeug mehr.  Daher empfehle ich euch eine Probefahrt beim nächsten Autohändler. Denn Elektromobilität macht Spaß und ist gut für die Umwelt!

Habt Ihr schon einmal eine Probefahrt in einem E-Fahrzeug gemacht? Wenn ja, wie hat es euch gefallen?

Christian Nickel

Christian Nickel

Christian ist einer der jüngsten im YellowMap-Team und steckt jeden mit seiner unerschütterlichen guten Laune an. Er scheint oft an vielen Orten gleichzeitig zu sein und kann in Sekundenbruchteilen von einem Gesprächspartner zum anderen umschalten, was manchmal für Ver- oft auch für Bewunderung im Team sorgt. Christian hilft wo er kann und selbst wenn er bereits fünf Bälle jongliert wird niemand abgewiesen. Kreative Arbeiten sind seine Leidenschaft, die sich auch in von ihm betreuten Produkten und Projekten widerspiegelt. Wer Vorschläge zu neuen Ideen braucht, ist hier genau richtig. Christian legt großen Wert auf gute Vorbereitung und was er macht ist immer erste Sahne.
Christian Nickel