Dialogmarketing in der Praxis – Geomarketing Teil 2

Freitag, 28. November 2014 at 15:57

Habe ich im ersten Teil der Serie noch den Begriff Geomarketing erklärt und euch dabei näher gebracht, warum Ihr an der Kasse nach eurer Postleitzahl gefragt werdet, erkläre ich heute wie individuell abgestimmte Werbesendungen in eurem Briefkasten landen.

Personalisierte Werbung im Briefkasten

Fast jeder kennt es: Am Samstagmorgen beim Öffnen des Briefkastens fällt einem bereits die bekannte eingeschweißte Werbung entgegen. Nur wenige wissen: Die Zusammenstellung der Werbung folgt einer genauen Zielgruppendefinition und damit einer detaillierten Planung im Vorfeld. So kann es passieren, dass ein Bekannter in der unmittelbaren Umgebung beispielsweise Werbung für einen Baumarkt erhält und ihr nicht. Warum ist das so?

Wie bereits geschrieben, folgt die Zusammenstellung der Werbung einer genauen Definition der Zielgruppe. Durch diese Definition erhofft man sich, die sogenannten Streuverluste, also den Anteil der Adressaten die nicht der eigentlichen Zielgruppe angehören, zu verringern. Da im Geomarketing der Grundsatz gilt „Gleich und gleich gesellt sich gern“, lässt sich einfach beschrieben sagen, dass mit dem Anschreiben an einen postalischen Zustellbezirk (ca. 600 Haushalte) eine Zielgruppe relativ genau erreicht wird. Die gewünschte Zielgruppe kann sich der Werbeanbieter aus einem Katalog des Zustellers von Merkmalen aussuchen. Dabei kann man unter anderem nach Altersstruktur, Kaufbereitschaft, Interesse in bestimmte Branchen, wie Elektronik, Haushaltswaren, etc. die gewünschte Zielgruppe wählen. Diese Daten werden durch statistische Analysen von Geodaten und Umfragen erhoben.

Durch die Aufteilung in Zustellbezirke kann es somit passieren, dass der Bekannte zwei Straßen weiter eine völlig andere Zusammenstellung der Prospekte erhält.

Natürlich lässt sich der Zusteller, je nach Genauigkeit der angesprochenen Adressaten, diesen Service gut bezahlen. Der Vorteil für Werbende liegt auf der Hand: Durch den geringen Streuverlust können sie die Nutzer direkter ansprechen und sparen dadurch einiges an Geld.

Punkte sammeln mit Kundenkarten

Das gleiche Prinzip gilt übrigens für das „Punkte sammeln“ mit verschiedenen Kundenkarten. Auf der einen Seite binden die teilnehmenden Unternehmen ihren Kunden an ihr Geschäft, auf der Anderen erhalten sie mit jedem Einkauf detaillierte Informationen über den Kunden. Bei jedem Einkauf werden Informationen wie Anzahl der Artikel, Wert der Artikel, Uhrzeit etc. gespeichert. Natürlich erfährt man auch direkt über den Kunden wie weit er von seinem Wohnort zum Standort des Unternehmens gefahren ist, was sich dadurch indirekt auf die Prospektverteilung auswirkt. Ihr könnt euch dabei sicher sein, dass die geringen Beträge die durch das Punkte sammeln entstehen, in keinem Verhältnis zum Gegenwert stehen der durch die Informationen für das Unternehmen zustande kommt.

Zusammengefasst lässt sich sagen, dass die Werbung durch Geomarketing immer zielgerichteter an den Adressaten herangetragen werden kann. Der Streuverlust verringert sich und die Kunden werden immer besser angesprochen.  Es gibt also einen sehr guten Grund, warum Unternehmen sehr viel Geld dafür ausgeben, um euch jeden Samstag ausgerechnet über diesen Weg über neue Angebote zu informieren.

Christian Nickel

Christian Nickel

Christian ist einer der jüngsten im YellowMap-Team und steckt jeden mit seiner unerschütterlichen guten Laune an. Er scheint oft an vielen Orten gleichzeitig zu sein und kann in Sekundenbruchteilen von einem Gesprächspartner zum anderen umschalten, was manchmal für Ver- oft auch für Bewunderung im Team sorgt. Christian hilft wo er kann und selbst wenn er bereits fünf Bälle jongliert wird niemand abgewiesen. Kreative Arbeiten sind seine Leidenschaft, die sich auch in von ihm betreuten Produkten und Projekten widerspiegelt. Wer Vorschläge zu neuen Ideen braucht, ist hier genau richtig. Christian legt großen Wert auf gute Vorbereitung und was er macht ist immer erste Sahne.
Christian Nickel