Bericht vom Software-Cluster-Stand auf der CeBIT 2014

Mittwoch, 19. März 2014 at 13:23

Gerade hat mich mein Kollege Michael, dem ich beizeiten auch mal einen Artikel widmen möchte (wenn er mich nicht vorher mit seinem Surface erschlägt), darauf aufmerksam gemacht, dass es noch keinen Bericht über unseren Auftritt auf der CeBIT 2014 gibt. Das darf natürlich nicht sein und verlangt nach schnellem Handeln. Ich selbst war nur am Freitag da und bin nach vier Stunden Bahnfahrt, einer Nacht im Hotel, keinem Frühstück, 9 Stunden Standdienst und weiteren vier Stunden mit dem Auto wieder zuhause gelandet. Zusammen mit den Kollegen und Kolleginnen von CAS, UI!, intelligent Views und der Software AG haben wir aber die ganze Woche das Forschungsfähnchen hoch gehalten.

Der Einsatz war insgesamt sehr erfolgreich. Das Thema des gezeigten Demonstrators – die ad-hoc-Komposition von Diensten im Mobilitätsbereich – hat viele Besucher überzeugt. Für alle die nicht da waren: Es ging um ein Routing, das Informationen aus verschiedenen Quellen über simpel und individuell zu integrierende Webdienste berücksichtigt. Der Nutzer beschreibt dazu seinen Bedarf einfach über einen Satz wie: „Ich möchte mit meinem Elektroauto in die Stadt zum Einkaufen fahren.“ Aus diesem Satz und dem Kontext – beispielsweise es ist kalt draußen – empfiehlt die Anwendung mittels eines semantischen Netzwerks ein passendes Dienstbündel. In der Demo werden dann Infos zu Ladestationen, Stau- und Verkehrsmeldungen und aktuelle Wetterdaten mit einer Routenberechnung und einem Visualisierungsdienst verbunden. Die Positionen von Ladestationen stammten dabei von unserem Portal SmartTanken. Auch der Routing-Dienst wurde von uns bereitgestellt. Selbstverständlich haben wir auch alternative Eingaben ausprobiert wie bspw.: „Ich habe 18 cl Lagavulin in Fassstärke intus und will in Begleitung meines Führerscheins zuhause ankommen.“ Leider gab es keinen passenden Dienst und das semantische Netzwerk kennt wohl auch nur Johnnie Walker Red Label. Alles unter Gold Label kommt bei mir höchstens zum Reinigen von Motorradfelgen in Frage. Dennoch haben wir viele Anregungen zu weiteren Diensten erhalten, die das Routing für bestimmte Nutzergruppen verfeinern. Einer der Standbesucher wollte beispielsweise gern im Sommer Schatten- und im Winter Sonnenparkplätze suchen. Auch das ist kein grundsätzliches Problem. Die Positionen von Parkplätzen und in manchen Städten sogar deren Verfügbarkeit sind bekannt. Der Sonnenstand kann zeitabhängig berechnet werden und auch die Höhe von Gebäuden wird zunehmend erfasst. Im Prinzip kann jeder so eine für ihn sinnvolle Dienstidee umsetzen und anbieten. Das tolle daran? Der Nutzer braucht keine Extra-App um diese Zusatzdienste zu nutzen. Die Gestaltung richtet sich ausschließlich nach der Auswahl des Anzeigedienstes. So kann beispielsweise VW in jeden Golf dasselbe Navigationssystem einbauen. Welche Zusatzinformationen sinnvoll sind, richtet sich nach dem Fahrzeug und dauerhaften wie auch ad-hoc geäußerten Wünschen des Nutzers.

Ich persönlich muss wohl warten, bis bei unserem Partner iViews, den semantischen Netzwerkern, ein echter Whisky-Kenner anfängt. Vermutlich wird mir dann einfach ein Taxi bestellt.

Richard auf der CeBIT 2014

Richard auf der CeBIT 2014

Das Projekt wird…

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Richard Wacker

Richard Wacker

Die männliche Quasselstrippe unter den YellowMaplern: Egal ob es um schwarze Löcher oder Patentsrechtproblematik geht, Richard kann zu jedem Thema etwas sagen. Ein breitgefächertes Themenfeld gehört auch zu seinem Berufsalltag als Forschungsleiter: Von Festivals über Notfallszenarien bis hin zu Management von sozialen Netzwerken ist alles dabei. Mit seiner Redegewandtheit kann er andere schnell für seine Themen und kreativen Ideen begeistern. In seiner Freizeit heißt das Motto „Augen zu und durch“, wenn er die Straßen mit seinem Motorrad unsicher macht.
Richard Wacker

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